Historie

11.02.17

Aus der Schwimmgruppe des 1862 gegründeten Soester Turnvereins (STV) bildete sich nach langem Bestreben zur Selbständigkeit der erste Soester Schwimmverein, welcher sich seit 1920 "SV Wasserfreunde Soest e.V. von 1913" nennt.

 

Der 1914 ausbrechende Krieg stoppte die Arbeit des jungen Vereins, doch schon im Frühjahr 1919 fanden die Soester Schwimmer wieder zu ihrem Sport und traten 1920 dem Deutschen Schwimmverband, der DLRG und dem Sportbüro für Schwerathletik bei.

 

Beim 10-jährigen Vereinsjubiläum wurde beschlossen, ein eigenes Clubhaus auf dem Gelände der Städt. Badeanstalt zu bauen. Die Stadt Soest war mit dem Vorhaben des Vereins einverstanden und übernahm für einen erforderlichen Kredit bei der Stadtsparkasse Soest die Bürgschaft. Das Projekt wurde außerdem vom Westdeutschen Schwimmverband und von der Bezirksregierung Arnsberg (für hervorragende Jugendarbeit) finanziell unterstützt. Mit dieser Grundlage und einem hohen Maß an Eigenleistung wurde der Bau ermöglicht, der 1924 bis zum Rohbau fertig gestellt wurde.

 

Durch die Währungsreform 1924 konnte der Verein die Aufwendungen für den Kredit nicht mehr zahlen. Die Stadt kam ihrer Bürgschaftspflicht nach, löste den Kredit ab und das Haus wurde Eigentum der Stadt Soest. Der Rohbau wurde von der Stadt Soest fertig gestellt und wird auch heute als Schwimmmeisterwohnung genutzt.

 

Unter dem umsichtigen Engagement des damaligen 1. Vorsitzenden, Regierungsbaumeister Wilhelm Heinrich, der 1944 bei einem Bombenangriff ums Leben kam, wurde die 1. Vereinssatzung geschaffen und der Verein am 28.05.1926 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Soest eingetragen.

 

In den 20er und 30er Jahren wuchs der Verein erfreulich, bedingt durch die Vielseitigkeit der angebotenen Sportarten (Schwimmen, Hockey, Boxen, Schwerathletik).

 

Der 2. Weltkrieg behinderte das sportliche und gesellschaftliche Vereinsleben. Nach Beendigung des Krieges wurde das von den Besatzungstruppen beschlagnahmte Freibad schrittweise wieder freigegeben. Dadurch erhielt der Verein die Möglichkeit, das Bad für den Schwimmsport wieder zu nutzen.

 

Die Bemühungen um die Förderung gipfelten im 40-jährigen Vereinsjubiläum, das im August 1953 an 5 Tagen im Städt. Freibad mit vielen Attraktionen gefeiert wurde.

 

Mit der Eröffnung des Hallenbades 1958 wurde ein langjähriger Wunsch des SV Wasserfreunde erfüllt, die nunmehr kein  "VoW" (Verein ohne Winterbad) waren.

 

Zum 50-jährigen Jubiläum wurden am 13. und 14.07.1963 sportliche Wettkämpfe unter der Mitwirkung befreundeter Vereine, der Amsterdamer Wassernixen und der in Soest stationierten Streitkräfte durchgeführt.

 

In den darauf folgenden Jahren war das Engagement einiger Mitglieder, Verbesserung der Förderung durch den Fachverband und den Landessportbund (z. B. Einführung honorierter Übungsleiter) die Grundlage für ein Aufblühen der gesamten Vereinsstruktur.

 

Dies äußerte sich in sportlichen Erfolgen, erhöhter Mitgliederzahl und einer verbesserten Finanzlage.

 

Als Auftakt zum 60-jährigen Jubiläum kann die Mitgliederversammlung des Bezirks Südwestfalen im WSV angesehen werden, die auf Antrag des SV Wasserfreunde am 10.02.1973 erstmals in Soest stattfand. Der Höhepunkt der Festlichkeiten war der Festball im Hotel Domhof, der unter Beteiligung der schwimmsporttreibenden Vereine des Kreises Soest und der Duinkikkers aus Soest/NL, zu denen die Soester Wasserfreunde schon jahrelang freundschaftliche Beziehungen unterhielten, durchgeführt wurde.

 

Besondere Verdienste erwarben sich in diesen Jahren insbesondere Barbara und Hans Vornweg, die mit ihrem ganzen Einsatz das Bild des Vereins geprägt haben.

 

Zum 70-jährigen Jubiläum wurde im Städt. Freibad eine Familienolympiade durchgeführt. Jung und Alt zeigten hierbei ihr Können rund ums Wasser.

 

 

 

Einem schwimmsporttreibenden Verein kommt in einer Stadt mit mehr als 40.000 Einwohnern eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Es wird heute als selbstverständlich angesehen, dass ein Kind im Grundschulalter das Schwimmen erlernt. Weiterhin ist es Wunsch vieler Eltern, auch aus medizinischen Gründen, dass ihre Kinder das Schwimmen weiterbetreiben, was gezielt nur in einem Verein oder im Schulbetrieb möglich ist. Neben diesen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen besteht selbstverständlich die Aufgabe des Vereins, Wettkampfsport zu betreiben und darüber hinaus auch noch anderen Bürgern die Möglichkeit schwimmsportlicher Tätigkeit zu geben.

 

Dieser Forderung ist der SV Wasserfreunde, neben allen anderen im Verein angebotenen Aktivitäten, immer gern gerecht geworden. Erfolgreich wurden jährlich viele Kinder in den Lehrschwimmbecken unserer Stadt unter Anleitung erfahrener Übungsleiter und Übungsleiterinnen ausgebildet und machten spielerisch ihre ersten Erfahrungen mit dem nassen Element, um so an erste schwimmerische Übungen herangeführt zu werden.

 

Im Hallenbad der Stadt Soest wurden sie mit allen anderen Bereichen des Freizeit- und Sportschwimmens vertraut gemacht, bis einige letztlich als talentierte Schwimmer sich auch im Wettkampfsport bewiesen.

 

Entgegen vielen anderen Sportarten werden im Schwimmen schon sehr früh Anforderungen an die jungen Sportler gestellt und sie müssen, um sportlich konkurrenzfähig zu sein, schon ab dem 10. Lebensjahr ihre Trainingskilometer zurücklegen. Dieses geht nur bei mehrmals wöchentlichem Training. Dieses konnten wir leider unseren Mitgliedern nicht bieten, steht uns das Hallenbad zu den entsprechenden Zeiten nur 1x wöchentlich zur Verfügung.

 

In den letzten Jahren sind, wie in vielen Städten, selbst in den kleinsten Gemeinden unseres Landes Hallenbäder wie Pilze aus dem Boden geschossen, die anderen Vereinen eine Grundlage für erfolgreiche schwimmsportliche Ausbildung bieten.

 

Der SV Wasserfreunde Soest stellte Ende der 60er Jahre mit Roselies Gräber und Peter Diehl Teilnehmer bei den Deutschen Meisterschaften.

 

Ende der 70er Jahre konnten sich einige Schwimmer und Schwimmerinnen erfolgreich bei den Südwestfälischen und Westdeutschen Meisterschaften behaupten. Harald Vornweg (Jg.1955) wurde 1974 und 1975 Südwestf. Meister über 100 m Freistil, ebenso wie Karl Humbeck (Jg.1959) im Jahre 1975 in seiner Altersklasse.

 

Auch in den folgenden Jahren erreichten immer noch Schwimmer und Schwimmerinnen die geforderten Pflichtzeiten für die Teilnahme an den Meisterschaften des Bezirks Südwestfalen oder der Westdeutschen Meisterschaften, wobei hier insbesondere Anja Gebauer (Jg. 1970) und Kirsten Potthast (Jg. 1971) zu nennen sind. In vielen Vergleichs- und Einladungswettkämpfen haben unsere Wettkampfschwimmer erste Plätze belegt.

 

Seit 1986 werden in Soest immer wieder im Rahmen der Werbeaktionswoche des Landessportbundes "Treffpunkt Bad" die Stadtmeisterschaften Schwimmen durchgeführt, zu denen jeweils mehr als 100 Meldungen erfolgten. Dieses Angebot und die Teilnehmerzahl soll noch durch eine erweiterte Ausschreibung vergrößert werden, damit diese Veranstaltung zu einem festen Bestandteil des sportlichen Geschehens unserer Stadt wird.

 

In der Wintersaison 1971/72 wurde eine Wasserballabteilung gegründet, die zunächst nur aus einer Herrenmannschaft bestand. In den folgenden Jahren kamen eine Schüler-, eine Jugend- und sogar eine Damenmannschaft hinzu.

 

Das Damen-Wasserballspiel war damals unpopulär und fand von vielen offiziellen Seiten keine Unterstützung. Andere Vereine folgten und so hat diese Sportart heute ihren festen Platz innerhalb des Deutschen Schwimmsports. 

 

Die Herrenmannschaft spielte in der Bezirksklasse in Südwestfalen, was durch weite Fahrten abends während der Woche sehr aufwendig und kostenintensiv war. 1973 scheiterte die Herrenmannschaft knapp am Aufstieg in die Südwestfalen-Liga. 1975 konnte sie als größten Erfolg ein international besetztes Turnier in Herringen gewinnen.

 

Diese Zeit bot den Jugendlichen viele Höhepunkte ihrer sportlichen Jahre, derer sie sich gern erinnern. Hervorzuheben sind dabei unvergessene, zahlreiche Begegnungen mit den "Duinkikkers" in Soest/NL.

 

Leider schieden im Jahr 1978 gleich mehrere Spieler aus privaten und beruflichen Gründen aus der Wasserballmannschaft aus. Wurden bis dahin die Meisterschaftsspiele im wettkampfgerechten Freibad durchgeführt, so begann ab 1979 die Saison durch Einführung einer Doppelrunde bereits im Winterhalbjahr.

 

Das Hallenbad war für Meisterschaftsspiele nicht zugelassen, so daß damit leider das Schicksal für das Wasserballspiel in Soest besiegelt wurde und aufgegeben werden mußte.

 

(Quelle:  Jubiläumszeitszeitschrift 1988

 

           "75 Jahre SV Wasserfreunde Soest")